Teilzeit – Vorteile für den Arbeitgeber
Ein wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass die Modelle auch Vorteile für den Arbeitgeber mitbringen. Der wohl Größte ist, dass die Unternehmen weder teure Neueinstellungen, noch in neue Geschäftsprozesse oder Umstrukturierungen investieren müssen.
Viele Frauen sind sich unsicher, ob sie nach ihrer Auszeit überhaupt einen Anspruch auf einen Arbeitsplatz haben und noch viel größer ist die Unsicherheit, ob ein Wechsel von Voll- auf Teilzeit gesetzlich unterstützt wird.
Teilzeit – Gesetzliche Regelung
Seit nunmehr 10 Jahren ist dieses Recht gesetzlich festgelegt. Sobald eine mindestens sechsmonatige Beschäftigung im Betrieb besteht und das Unternehmen mehr als 15 Beschäftigte zählt, ist der Anspruch auch Teilzeitarbeit gegeben. (Teilzeitbefristungsgesetz § 8, Stand 2001) Mit diesem Gesetz ist ein Wechsel auch gerichtlich einklagefähig.
Teilzeit – Berufsalltag
Das hört sich prinzipiell super an, doch ist es im Berufalltag genauso? Nein, wie immer, ist auch diese Festlegung nur in der Theorie so einfach. Führt ein Arbeitgeber beispielsweise bei einem Personal- und/oder Arbeitszeitenwechsel einen „betrieblichen” Grund auf, so kann der Streit beginnen. Zwar ist dies eine Erschwernis für die betroffene Mutter, doch bedeutet es noch nicht das Aus! Sehrwohl kann der „betriebliche Grund” unterschiedlich definiert werden und ist anfechtbar. Rechtlich bedeutet dies, dass die wöchentliche Arbeitszeit auf zwischen 15 und 30 Stunden beschränkt ist. Wie die Stunden abgeleistet werden, kommt dann auf dich, den Arbeitgeber und das gewählte Modell an.
Teilzeit – Hindernisse
Leider gibt es diese nämlich auch, denn aufgrund der eingeschränkten Anwesenheit, muss meist auf anspruchsvolle Arbeit verzichtet werden, da diese zeitaufwändiger ist und damit nicht an Teilzeitkräfte vergeben wird. Daraus resultiert eine Art Stagnation, was die eigene Weiterentwicklung angeht und damit verbunden wiederum ist eine Art Karriereknick. Gearbeitet werden kann, doch sofern keine weiteren Schritte erfolgen, bleiben große Erfolge oder das Heraufklettern der Karriereleiter leider aus. So traurig es ist, wären wir der Arbeitgeber, würden auch wir die verantwortungsvollen und zeitintensiven Aufgaben an die täglich anwesenden und zuverlässigsten Leistungsträgern abgeben.
Andererseits ist es so, dass gerade Teilzeitkräfte hoch motiviert sind und weniger Krankheitsausfälle erleiden, sofern die Kinder, deren Gesundheit und Betreuung bzw. Betreuungskosten mitspielen, können die Karten wieder neu gemischt werden. Es wird wohl immer auf den Einzelfall ankommen und darauf, ob man sich selbst weiterentwickeln kann und will, das sollte sich jeder immer wieder vor Augen führen.
Teilzeit – Finanielle Unabhängigkeit = negativ
Ein weiterer Aspekt, der einer gründlichen Überlegung bedarf, ist, die Tatsache, dass die 100%ige Unabhängigkeit, was den finanziellen Hintergrund angeht, auf der Strecke bleibt. Zwar verdient eine Teilzeitkraft nicht zwingend schlecht, doch, ob sie nur von diesem Verdient leben kann, ist definitiv fraglich. Nein, fast unmöglich.
Aber es gibt verschiedene Abrechnungsmodi. Zum Beispiel kann Vollzeit gearbeitet werden, abgerechnet aber wird nur Teilzeit. Die dadurch entstandene Differenz wird entweder auf dem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben, kann in Freizeit oder Geld umgewandelt werden. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise die Einzahlung in die private Rentenversicherung.
Hier nun erst einmal die angekündigten flexiblen Teilzeitmodelle
- Klassische Teilzeit Variante I
Bei dieser Variante werden einfach nur die Wochenstunden auf 20 bzw. 30 heruntergeschraubt. Tägliches Arbeiten ist so verkürzt und umgerechnet bedeutet dies täglich zwischen 4 und 5 Stunden Arbeit. Ideal für Mütter, die weiterhin Präsenz zeigen wollen und deren Arbeitspensum und/oder Tätigkeit täglicher Anwesenheit bedarf.
- Klassische Teilzeit Variante II
Sind die Kinder schon etwas älter, oder an manchen Tagen voll betreut, so können die 20 – 30 Wochenstunden auf 2 – 5 Wochentage verteilt sein. Meist sind es 2,5 volle Tage.
- Teilzeit-Jobsharing
Zwei Teilzeitkräfte teilen sich eine volle Stelle und das gemeinsame Aufgabengebiet. So müssen Teilzeitkräfte nicht auf anspruchsvolle Tätigkeiten und Projekte verzichten. Wichtig und unabdinglich sind hier ausführliche Übergaben und stetige Aufmerksamkeit. Wegen des Wechsels muss sich immer wieder eingearbeitet werden, kostet Zeit, dafür sitzt man nicht nur über Assistenzarbeiten.
- Teilzeit @Home:
In diesen Zeiten immer geläufiger, lange aber undenkbar, die Telearbeit. Von zuhause aus, im Homeoffice, wird entweder komplett oder aber teilweise gearbeitet. Es gibt sogar Varianten, in denen nurnoch zu Meetings oder Geschäftsterminen das Homeoffice gegen das Büro getauscht wird.
Teilzeit – Entscheidung zum Wiedereinstieg & Karriereleitererklimmen?
Egal, wozu man sich letztlich entscheidet, es soll positiv für einen selbst sein und keine berufstätige Mutter solle das Gefühl haben, dem Arbeitgeber mit einem Teilzeit-Einstieg zur Last zu fallen. Immerhin haben auch die Unternehmen etwas davon.
Neuinvestitionen, sowie Weiterbildungskosten oder Einarbeitung neuer Arbeitnehmer fallen weg und sie wissen, was sie von einem erwarten können, bzw. wie du arbeitest.
Für viele, Väter wie Mütter ist diese Art der Beschäftigung auch ein guter Wiedereinstieg, der ausgebaut werden kann, wenn man sich ins Zeug legt! Sollten die Ausgaben für die Kinderbetreuung in dieser Zeit nicht über den eigenen Einnahmen liegen, so kann die Arbeitszeit immer weiter aufgestockt werden und damit karrierefördernd genutzt werden. Vorteile sind hier ganz klar, dass der berufliche Anschluss nicht verloren geht und der Arbeitsplatz erhalten bleibt.
Quelle zum Nach- bzw. Weiterlesen auf http://www.frauenmachenkarriere.de
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