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Freitag 18 Mai 2012

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Studieren ist sooo anstrengend… > Teil 2

…beschweren sich unzählige Studenten.

Vor allem nach der Novellierung der Studiengänge bzw. Studienabschlüsse fühlen sich Bachelor- und Masterstudenten zeitlich und stoffmäßig völlig überfordert. Sie klagen über zu volle Stundenpläne, zuviele Prüfungen, kaum Zeit, um für ihren Lebensunterhalt zu jobben und einem erhöhten Leistungsdruck.

Gestern berichteten wir im 1. Teil der Artikelserie Studieren ist sooo anstrengend… > Teil 1 von der Umfrage, die alle Beschwerden über zu zeitintensive Studiensemester der Studenten in den Boden stampft.

Organisation ist alles, auch wenn es um das Studentenleben geht!

Da wären wir auch wieder beim leidlichen Thema Zeitmanagement. Auch die Studenten leiden unter falschem Zeitmanagement und vergeuden viel Zeit, weil sie sich nicht ausreichend gut organisieren, um Studium, Job, Lernen und Freizeit effektiv unter einen Hut zu bringen. Das Studienpensum ist auf eine 40 Stundenwoche ausgelegt, was durchaus machbar ist, ohne sich dadurch gestresst zu fühlen.

Der Grund, so vermutet man, sei zum einen eben erwähntes Zeitmanagement, zum anderen die schlecht organisieren Stundenpläne. Eine überschaubare Anzahl an Lehrveranstaltungen wird die gesamte Woche über zeitraubend angesetzt. Zwischen den einzelnen Veranstaltungen liegen teilweise stundenlange Pausen, oft könnten diese gebündelt an 2 oder 3 Wochentagen abgehandelt werden, würden sie nur alle aufeinander abfolgend gehalten. Mit einer solchen Organisation blieben 2 oder 3 volle Tage, an denen gearbeitet und gelernt werden könnte.

Leerzeiten müssen konsequent und effektiv genutzt werden

Nun ist dem nicht so, also müssen die Leerzeiten sinnvoll genutzt werden. Studiengruppen könnten ihre Gruppenarbeiten bearbeiten, die nächste Vorlesung könnte vorbereitet oder die letzte nachbereiten, um die Zeit des Selbststudiums zu hause zu verkürzen. Leider ist dies den meisten zu unbequem. Lieber trifft man sich auf einen Kaffee in der Mensa oder chattet auf Facebook.

So kommt es zu Trödeleien, die sich am Ende des Semesters in der Prüfungsphase rächen. Innerhalb weniger Wochen wird dann unter höchstem Druck für alle Fächer gemeinsam gelernt. Zuviel unterschiedlicher Stoff und nicht ausreichend Zeit führen zum “Bulemie-Lernen”. D.h. es wird alles in kürzester Zeit in die Köpfe gehämmmert, um dieses Wissen per Kurzzeitgedächtnis bei der Prüfung “auszuspucken”. Es bleibt keine Möglichkeit Gelerntes zu verinnerlichen, also wird es nach der Prüfung direkt wieder aus dem Gedächtnis gelöscht.

Allerdings gibt es auch Studiengänge, deren Auslastung tatsächlich hoch ist, die sollte man nicht mit den anderen Studenten in einen Topf werfen. Medizinern und Naturwissenschaftlern z.B. sagt man dies nach. Alle Studienfächer sollen nach und nach untersucht und optimiert werden.

Optimierung der Studienpläne seitens der Unis und Hochschulen

Blockveranstaltungen könnten zur Lösung beitragen, das hieße, dass über die Woche und das Semester verteilte Portionen eines Faches zusammengenommen und in einem Block abgehandelt werden würde. So könnten sich Studenten jedem Fach unterschiedlichsten Themengebietes besser widmen und müssen nicht alle 1,5 Stunden ihre Gedanken neu sortieren, weil eine die unterschiedlichsten Fächer aufeinander folgen. Zudem würden die Prüfungen direkt nach Ablauf der geblockten Lehrveranstaltung stattfinden und nicht alle geballt am Ende des Semesters, weil genau dann alle Veranstaltungen auslaufen. Der dritte positive Aspekt ist, dass die Leerzeiten und Pausen eingestampft würden und mögliche Freizeit sinnvoller genutzt werden könnte.

Neue Studien und Lösungsansätze sind geplant, ob sich diese beweisen wird sich herausstellen. In der Theorie scheinen sie erfolgsversprechend.

Aber muss ein Student noch geleitet werden?

Nun fragen wir uns aber, sind die Studenten nicht alt genug, sich selbst besser zu organisieren? Auch wir haben unser Studium selbstorganisiert abgeschlossen, wählten unsere Fächer so, dass wir nur wenige Tage aber dafür ganze Tage an der Hochschule verbringen mussten. Konnten so problemlos eine Teilzeitstelle annehmen. Ausreichend Zeit für das Selbststudium und die eigene Freizeit hatten wir auch. Alles eine Sache der Organisation, so meinen wir. Immerhin sprechen wir hier von Erwachsenen, nicht von Kindern.

Eines aber unterstreichen wir in jedem Fall! Besser durchdachte Stundenpläne und ein ausreichend breit gefächertes Angebot an Studienfächern, die im Idealfall untereinander relevant sind. Das hätten wir uns auch gewünscht. Immerhin werden in den meisten Bundesländern hohe Studiengebühren eingezogen, da wäre es nur fair, zumindest einen Teil sinnvoll und direkt für die Studenten einzuplanen.

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Leser Feedback

2Reaktion auf “Studieren ist sooo anstrengend… > Teil 2”

  1. Corinna sagt:

    “Auch wir haben unser Studium selbstorganisiert abgeschlossen, wählten unsere Fächer so, dass wir nur wenige Tage aber dafür ganze Tage an der Hochschule verbringen mussten. Konnten so problemlos eine Teilzeitstelle annehmen.”

    Das ist ja schön für euch, aber wir haben gar keine Wahlmöglichkeit!!!!! Die Fächer werden nur einmal in der Woche angeboten, sind also in dem Sinne vorgegeben. Und ein Bachelor und Master sind eben nicht mehr so flexibel wie noch das Diplom! Sprich: wenn ich ein Fach in Semester 4 machen sollte, dann muss ich das auch machen, und kann es nicht auf das übernächste (wird ja auch nur 1 al im Jahr angeboten übrigens!) schieben, weil eben alles gestrafft ist!! Mein Stundenplan ist nicht veränderbar – klar würd ich mir den auch gerne so schön zurechtlegen wie ihr damals – oder meint ihr, ich hab freiwillig die ganze Woche über gebröckelt meine Verantaltungen??

  2. k sagt:

    Na klar ihr habt das früher alles besser gemacht und die Studenten heute sind ja soo faul. Man sollte mal bedenken, dass es nahezu unmöglich ist 8 Stunden am Tag konzentriert zu lernen. Die meisten versuchen es trotzdem und machen sich damit selbst jeden Tag fertig (ich auch). Der Leistungsdruck ist enorm. Man hat nie den Kopf frei, ist eigentlich nie fertig, die Klausuren decken die gesamten Semester”ferien” ab. Wochenende bedeutet nur zwei unifreie Tage um Stoff nachzuholen. Natürlich kann man sich mit weniger durchmogeln, aber wer sich dem Leistungsdruck unterwirft und einen 1er Schnitt anstrebt ist mehr als ausgelastet…

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